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Gedanken zum 15 jährigen Abiturtreffen

Klassentreffen. Abitur- das habe ich doch gefühlt gestern erst bestanden.

Wie sehen die Klassenkameraden wohl heute aus - haben sie sich sehr verändert? Werden wir uns nach der langen Zeit gut unterhalten können oder werden wir feststellen dass wir uns nichts zu sagen haben? Immerhin haben wir einen, im Nachhinein nicht unerheblichen Lebensabschnitt miteinander geteilt...

Mit etwas gemischten Gefühlen geht es für mich los zum Klassentreffen. Das Erste haben wir 2012 nach zehn Jahren organisiert. 2017 ist nun das 15-Jährige dran. Unsicher betrete ich das Gelände. Es hat sich vieles verändert zum Zustand den ich noch kenne. Alles ist viel moderner geworden. Früher legte ich genau diesen  Weg täglich mehrmals zurück- fühlt sich heute merkwürdig an, aber auch merkwürdig vertraut. Auf einmal fühle ich mich fast wieder 18 Jahre alt. Geht das den anderen  wohl genauso?

Das Gefühl der nostalgischen Vertrautheit setzt sich fort, als in der Mensa die ersten Klassenkameraden eintreffen. Am Anfang ist die Kommunikation etwas stockend und es setzt Grüppchenbildung ein. Man findet sich erst einmal in den alten Sportarten zusammen. Später kommt Ralf Eismann, unser ehemaliger Sozialkunde-Lehrer hinzu. Heute ist er Internatsleiter und unterrichtet nicht mehr. Er übernimmt ein wenig die Moderation, was die Grüppchenbildung deutlich auflockert und so die Anspannung nimmt. Netterweise spendiert er uns seinen Samstag Nachmittag und führt uns durch die Schule. Auch unser ehemaliger Lieblings-Bio- und Chemielehrer Dietmar Käfer nimmt sich die Zeit für uns.

Diese Version der Schule wurde erst nach unserem Abitur erstellt, 2002 waren wir noch im unsanierten Gebäude. Toll was aus dem alten Bau geworden ist. Da probieren wir doch glatt mal aus wie sich das so im Prüfungsraum angefühlt hat.

Nach dem Rundgang ist die Stimmung gelöst und wir brechen zu einem großen Teil gemeinsam per pedes auf in die Innenstadt zu einem Abendessen in der Noll. Auch hier gesellen sich noch Ex-Kameraden zu uns, an den reservierten Tischen wird es eng. Nichtsdestotrotz harren wir fast 5 Stunden dort aus und kommen aus den Unterhaltungen nicht heraus. Alle meine anfänglichen Zweifel sind verflogen: jeder unterhält sich mit jedem und es gibt keine betretenen Gesprächslücken. An diesem Abend wechsele ich mit einigen Leuten gefühlt mehr Worte als während der gesamten Abiturzeit. Warum haben wir das früher nicht getan? Nicht nur ich stelle fest, dass man sich manchmal erst Jahre später kennenlernt und in die Schulzeit teils mehr nebeneinander als miteinander gelebt hat.

Wir tingeln dann noch bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam durch die Innenstadt und haben sichtlich Spaß an unserem „Schulausflug“.

Für uns ist es rundum ein gelungener Abend- mehr als die Hälfte der Absolventen von damals ist teils von weit her angereist. Fast schade eigentlich, dass wir das nur alle fünf Jahre machen.

Wir verabreden uns für das nächste Schuljubiläum in zwei Jahren.

Dann werden wir sicher mit den gleichen gemischten Gefühlen erneut an den Start gehen...

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei der Schule und besonders bei Ralf Eismann und Dietmar Käfer dafür bedanken, dass Ihr diese Wiedervereinigung in den Schulräumlichkeiten möglich gemacht habt.

Auf ein baldiges Wiedersehen!

Der Abiturjahrgang 2002